Faschos und das „Deutsche Blut“ – Biologie für rechte Dullis
Rechtsextreme und Bildung stehen bekanntermaßen auf Kriegsfuß. Und so ist es kein Wunder, dass sie auch von Biologie keine Ahnung haben.
Immer wieder hört man von rechten Pfeifen nämlich, wie stolz sie doch auf ihr deutsches Blut seien. Oder sie bringen im Bezug auf Migration und das Erwerben der deutschen Staatsangehörigkeit Sprüche wie Ein Schwein im Pferdestall bleibt dennoch ein Schwein – und andere – sehr dumme – Vergleiche mit dem Tierreich.
Aber warum ist das nun Quatsch? Die Antwort ist ganz simpel: Weil es sowas wie deutsches Blut rein biologisch nicht gibt. Biologie kennt keine Nationalität, keine Ländergrenzen.
In allen Menschen fließt dasselbe Blut aus roten und weißen Blutkörperchen, etc.
Dass Menschen unterschiedlich aussehen liegt einfach daran, dass Menschen geografisch und klimatisch bedingt unterschiedlich aussehen – aber aus biologischer Sicht geschieht das nicht anhand von harten Ländergrenzen, sondern allmählich und fließend. Es gibt keine geografische Grenze, an der plötzlich biologisch eine andere Gruppe von Menschen beginnt.
Die wahre Herkunft des „deutschen Blutes“
„Aber nicht jeder, der stolz auf seine deutsche Herkunft ist, ist ein Nazi“, wird mancher von euch jetzt sagen. Und das stimmt erst einmal auch. Aber: Wer sich dabei auf deutsches Blut beruft, beruft sich auf einen Begriff aus der NS-Zeit: Deutschblütig. Das ist ein Begriff aus der völkischen Bewegung und war im Nationalsozialismus ein Begriff, um die Zugehörigkeit zur deutschen Volksgemeinschaft zu beschreiben. Es war ein zentraler Begriff für die nationalsozialistische Blut-und-Boden-Ideologie. Wer also von deutschem Blut spricht, nutzt NS-Rhetorik. Und wer wider besseren Wissens an dem Begriff festhält, muss sich den Vorwurf, ein Nazi zu sein, eben gefallen lassen.
Schweine im Pferdestall
Natürlich wird ein Schwein im Pferdestall nicht zum Pferd. Aber ein Schwein ist – wie schon gesagt – biologisch anders als ein Pferd. Ein Mensch ist überall ein Mensch. Nationalitäten sind ein soziales Konstrukt. Der Vergleich ist daher vielleicht nicht zwangsläufig (meistens aber schon) rechtsextrem, aber dumm.
Der Passdeutsche: Das neue „arisch“
Insbesondere im Bezug auf Kriminalstatistiken und Straftaten wird von Rechten gerne der Begriff Passdeutsch genutzt. Von der Bedeutung her ist dieser Begriff aber genauso unsinnig und einfach nur rassistisch, wie das arisch der NS-Zeit. Denn dieser Begriff setzt ebenfalls voraus, dass es eine biologische Trennung zwischen in DE geborenen Menschen und jenen, die es nicht sind, gäbe. Gibt es aber nicht. Natürlich gibt es soziale Unterschiede, wenn man Erziehung, Kultur, Sprache, etc. berücksichtigt. Aber ein Mensch, der zwar nicht in DE geboren ist, aber sich hier weit genug eingelebt hat, um die Staatsangehörigkeit (und somit den Pass) zu erlangen, kann sich kulturell ebenso gut und perfekt anpassen, wie jemand, der von Geburt an hier lebt. Umgekehrt kann ein in DE geborener Mensch ebenso ein Arschloch und Straftäter sein. Der Hang zu Straftaten wird nicht durch (gebürtige) Nationalität oder Religion geprägt. Die Veranlagung kann bei JEDEM Menschen egal welcher Herkunft vorliegen.
Der Sohn einer liebevollen, christlich geprägten Familie kann ebenso extremistisch werden und zum Serienmörder verkommen, wie der islamisch erzogene Nachbarssohn. Umgekehrt kann auch der islamische Nachbarssohn ein wunderbares Mitglied der Gesellschaft sein, unabhängig von seinem Glauben. Es liegt am Menschen selbst, was er aus seinem eigenen Leben macht.
Die Ablehnung von Menschen nur aufgrund ihrer Hautfarbe, Religion oder Sexualität ist einfach nur Schwachsinn von Seiten der Rechten und sollte in einer gesunden Gesellschaft keinen Platz mehr haben. Aber leider IST unsere Gesellschaft nicht gesund. Im Gegenteil – wir leben in einer Gesellschaft, in welcher bei einer Straftat als erstes nach Vornamen der Täter*innen und deren Geburtsurkunden gefragt wird, ehe man sich dann Gedanken um die Opfer macht. Eine Gesellschaft, welche das Problem nicht beim Täter selbst, sondern bei dessen Herkunft sieht. Und das muss aufhören.
Cheers,
Beriel
