Nichts ist fragiler als ein Männer-Ego
Es gibt so viel herrliche Ironie auf dieser Welt.
Eine Ironie: Männliche Egos.
Männer nennen Frauen ja gerne hysterisch und emotional. Sie machen auf alpha-Tier und ach so hart. Männlichkeit wird mit Muskeln und Dominanz verbunden. Doch dann brechen Männer – bildhaft gesprochen aber auch wirklich – so schnell selbst in Tränen aus, dass es wirklich ironisch ist. Sie zerschlagen brüllend den Fernseher, wenn die falsche Fußballmannschaft ein Spiel gewinnt. Sie riskieren das eigene Leben – und das anderer Verkehrsteilnehmer – indem sie in waghalsigen Manövern ein anderes Fahrzeug überholen und ausbremsen, nur weil dieses Fahrzeug sich an die Verkehrsregeln gehalten hat, kleiner ist als ihre eigene Karre oder von einer Frau gesteuert wird. Männer kriegen Tobsuchtsanfälle, wenn sie Fahrradfahrer sehen, die (legal) auf der Straße fahren. Und sie werden wütend, wenn eine Frau online etwas über Feminismus postet oder das Verhalten von (nicht allen) Männern kritisiert.
Oder der beste Fall von Male-fragility: Das sogenannte Satisfyer-Gate auf Threads. Am 17.04.2025 postete die Userin vivi.wi einen Post mit einem Foto. Dem Foto eines Ladekabels, welches zu einem sog. Satisfyer (Sexspielzeug) gehört. Dazu nur ein Text, dass Frauen, die das nicht kennen würden, etwas verpassen würden. Es gab keinerlei Bezug zu Männern. Doch dieser Post ging allein durch die tobenden Kommentare von Männern, welche sich angegriffen fühlten, so durch die Decke, dass er viral ging und sogar bei Amorelie Aufmerksamkeit fand.
Ein ganzer Haufen Männer fühlte sich von dem Post heftig verletzt und angegriffen. Sie interpretierten in den Post, dass die Frauen die Männer durch Satisfyer ersetzen wollen würden. Und so waren es genau die Männer, welche diesem Post dadurch den Status einer Legende einbrachten. Und dazu einen Haufen lustiger Memes verursachten.
Ich war übrigens live dabei an jenem Tag, ich habe herrlich über all die weinenden Männer gelacht und auch selbst Memes beigetragen.
Oder eine Frau, die Reels macht, wie sie selbst Dinge an ihrem Haus renoviert/baut. Das bringt heute noch Männer in den Kommentaren zum Weinen.
Und da hört es nicht auf. Noch immer reichen Posts zu Feminismus, um Männer zum Weinen zu bringen. Oder eine Frau postet, dass sie froh ist, keine Kinder zu haben. Oder Single zu sein. Oder dass sie nicht gecatcalled werden will. Oder eine Frau postet IRGENDWAS, während sie kurze und/oder bunte Haare hat – all das bringt Männer-Egos zum Scheppern.
Und während diese Sockenbefruchter so abgehen, tun sie gleichzeitig nach wie vor so, als wären sie das Starke Geschlecht.
Meine letzten beiden Blog-Posts zu Männern brachten mir übrigens auch Männertränen in Kommentaren ein – welche ihr aber nicht sehen könnt, weil ich die Kommentare hier natürlich moderieren lasse. Bin gespannt, wie viele nach diesem Post hier fließen werden.
Cheers.
Euer Beriel
