Männer sind geborene Täterschützer
TRIGGERWARNUNG: In diesem Post wird sexualisierte Gewalt thematisiert. Lies den Post nur, wenn es dir gut geht und es dich nicht zu sehr belastet!
Ihr alle dürftet schon mindestens einen Post einer weiblich gelesenen Person gesehen haben, wie diese von einem oder mehreren Mann/Männern belästigt wird/wurde. Und ihr alle dürftet dann auch Kommentare unter solchen Posts gelesen haben.
Nahezu IMMER findet sich mindestens ein Account – meistens männlich – welcher der Frau eine Mitschuld attestiert. Sei es wegen ihrer Klamotten, wegen ihres Aussehens generell oder wegen irgendeinem anderen, völlig absurden Grund. Glaubt mir – Männer finden IMMER einen Grund, warum eine Frau selbst schuld an der Belästigung ist.
Ebenso finden sich auch immer Accounts – ebenfalls meistens männlich – die den Post als Männerhass bezeichnen und/oder verkünden und betonen müssen, dass es ja nicht alle Männer seien – meist dann noch mit Rassismus verbunden, dass es ja nur Männer aus bestimmten Ländern und/oder Kulturen beträfe (was natürlich Bullshit ist, nur so am Rande).
Dieselben Männer betonen auch gerne unter solchen Posts – aber auch unter Posts generell zum Thema Schutz der Frauen – dass es doch auch männliche Opfer von Übergriffen gäbe. Männer, die zu diesem Thema keinen einzigen eigenen Post gemacht haben, ihren Lebtag keine DEMO dazu besucht oder gar selbst organisiert haben, finden es auf einmal ganz wichtig, auf männliche Opfer von Gewalt zu verweisen. Aber natürlich tun sie das unter dem Post einer Frau oder ausgerechnet an einem feministischen Kampftag.
Denn diesen Männern geht es nicht wirklich darum, sich für männliche Opfer von Gewalt – oder überhaupt Opfer – stark zu machen. Nein, denen geht es nur darum, von den Frauen ABZULENKEN und das Thema zu annektieren und zu beschmutzen. Sie wollen das Patriarchat schützen, indem sie die Stimmen von Frauen stummstellen wollen. Der beste Beweis für diese These: Die Reaktionen derselben Männer bei Beiträgen, die sich tatsächlich und ernsthaft mit männlichen Opfern von sexualisierter Gewalt befassen.
Schauen wir uns mal einen Post und die Kommentare dazu an:
In dem Post berichtet ein betroffener Mann davon, wie er von einer Frau sexuell missbraucht wurde. Es ist furchtbar. Und der Mann ist unfassbar mutig, dass er darüber berichtet.
Doch nun schauen wir uns mal ein paar Kommentare an, welche Leute dazu hinterlassen haben. Achtung, es wird richtig widerwärtig.

fällt euch etwas auf? Richtig – all diese Kommentare stammen von männlich gelesenen Accounts. Ich habe die Kommentare sehr lange durchstöbert. Ich bin dabei auf genau eine Frau gestoßen, die abartig reagierte (deren Kommentar ist hier aber nicht dabei) – aber alle anderen Kommentare von Frauen waren empathisch und fühlten mit dem Opfer mit, sprachen ihm Mut zu.
Und das ist auch der Punkt. Wäre das Opfer in diesem Beitrag weiblich gewesen, würden diese Männer hier ihr die Schuld geben. In beiden Fällen stellen sie sich also einfach auf die Seite von der/von dem Täter*in. All das ist die direkte Folge des Patriarchats und eines toxischen Männerbildes.
Ich sage es ganz klar: Es ist wichtig und richtig, dass Opfer von Gewalt – unabhängig davon, welches Geschlecht die Opfer bzw. auch die Täter*innen haben – laut sind und darüber sprechen. Es ist wichtig und richtig, dass auch Männer Gefühle haben und diese zeigen dürfen, ohne dafür Ziel von Spott und Häme zu werden.
Solche Kommentare wie oben müssen aufhören.
Cheers.
Euer Beriel
