Vornamen töten nicht

Gegen 10.30 Uhr am 13.02.25 fuhr ein Mann mit seinem Fahrzeug mutmaßlich absichtlich in eine Gruppe streikender Arbeitnehmer*innen, die sich unter dem Aufruf der Gewerkschaft ver.di versammelt hatten, gefahren und hat 28 Personen verletzt, teilweise schwer. Inzwischen ist auch bekannt, dass 2 der Opfer verstorben sind – eine Mutter und ihr 2- jähriges Kind.

Und natürlich wurde diese Tat sogleich von Medien und Politiker*innen instrumentalisiert, um – mal wieder – Stimmung gegen Flüchtende Menschen zu machen. Denn der Täter, welcher das Fahrzeug steuerte, war ein afghanischer Flüchtling. Und obwohl die Angehörigen der Verstorbenen sogar extra in einer Stellungnahme darum baten, das nicht zu tun, wurde und wird es weiter gemacht. Die dreckigen Faschisten der AfD missbrauchen die Tat munter als Wahlwerbung – mal wieder. Und das kotzt mich an.

Inzwischen ist bei nahezu jeder Straftat, die irgendwo medial bekannt wird, die erste Frage, die alle stellen, jene nach Name, Hautfarbe und Herkunft des/der Täter*innen. Die Opfer stehen stets an 2. Stelle. Und das ist widerwärtig.

Ein Vorname sticht nicht auf jemanden ein. Eine Hautfarbe schießt keine Waffe ab. Eine Religion oder ein Herkunftsland steuert kein Fahrzeug, führt keine Waffe. Es ist immer die jeweilige Person. Und es ist nicht richtig, pauschal alle Menschen derselben Herkunft/Hautfarbe/Religion in Haftung zu nehmen für solche Taten. Denn ebenso wenig, wie alle Deutschen Nazis sind, sind alle Ausländer Straffällig. Und zudem sollten die ersten Gedanken stets den Opfern gelten – nicht den Täter*innen.

Aber unsere verblödete Gesellschaft lässt sich lieber durch Faschisten einspannen und hetzt munter drauf los. Komisch nur, dass die AfD und deren Horden meist schweigen, wenn der Täter ein Dieter ist. Im Gegenteil – bei Dieter wird seitens AfD und co. meist sogar erst recht Einzelfall gebrüllt und darauf beharrt, dass „nicht alle Dieters so seien“.

Dabei ist jede Straftat für sich ein Einzelfall. Denn jede*r Täter*in hat einen eigenen Hintergrund, eine eigene Motivation. Und bevor nun irgendein rechtsverdrehter Flachwichser der AfD mir vorwirft, ich würde Täter verteidigen: Nein, das tue ich nicht. JEDE STRAFTAT IST VERFICKT NOCH EINS ZU VERURTEILEN. ABER JEDER TÄTER IST GLEICHERMAßEN ZU VERURTEILEN – UND NICHT ALLE MENSCHEN DER SELBEN HAUTFARBE ODER HERKUNFT. 

Aber im Pauschalisieren sind die braunen Fickfehler ja ganz groß. Jede*r Ukrainer*in ist ja Bandera-Fan, jede*r Muslim ein Terrorist ,jede*r PoC will nur weiße Frauen und unsere Jobs klauen und jede*r Asiat*in hat Corona. Merkt ihr blöden Inzestwichser noch was?! Und zeitgleich fantasiert ihr etwas davon, dass alle Linken ja die Nazikeule schwingen würden und alle Nazi nennen würden, nur weil diese eine andere „Meinung“ hätten.
1. Ist nicht jede*r gleich „links“, nur weil er/sie Antifaschistisch ist und
2. ist Rassismus keine Meinung, du Fehlgeburt einer Ziege!

Und ja, ich bin wütend und aggressiv. Denn seit Jahren führen wir wieder die selbe, alte Debatte. Seit Jahren kämpfen wir wieder gegen jene Strukturen an, welche in den 30er Jahren zu Deutschlands Zerstörung geführt haben. Und nun wollen über 20% der Menschen eine Partei wählen, welche genau jene Ansichten wieder aufleben lassen will, welche die NSDAP einst hatte.

Es ist 2026 und unter jedem Reel/Foto mit BiPoC darauf finden sich haufenweise Arschlöcher mit rassistischen Kommentaren, die aber zeitgleich in Tränen ausbrechen, wenn sie selbst von einer (in ihrem Fall meist vermeintlichen) Pauschalisierung betroffen sind. „Mimimi, es sind nicht ALLE Männer so“, flennen sie, wenn eine Frau patriarchale Strukturen kritisiert. „Nicht alle AfD-Wähler sind Nazis, Heuli heuli, buhu buhu“, klagen sie, wenn jemand die rechtsextreme AfD als solches bezeichnet. Aber im selben Zug sind alle Muslime natürlich böse, nicht wahr, Ulrike? Haltet eure Fressen, ehrlich.