Juni 22, 2026

Hobby-Horsing: Wie ein einfacher Sport Männer-Egos verletzt

Hobby-Horsing hat sich in den letzten Jahren von einem finnischen Nischenphänomen zu einer international anerkannten Trendsportart entwickelt. Tausende junge Menschen, überwiegend Mädchen und junge Frauen, trainieren hart, um mit ihren Steckenpferden komplexe Dressur- und Springreitturniere zu absolvieren. Doch während die Aktiven Ausdauer, Koordination und Kreativität beweisen, wird das Thema in den Kommentarspalten online weniger schön behandelt. Denn dort fühlen sich erstaunlich viele Menschen von diesem Hobby derart angegriffen, dass sie aggressiv werden. Sie machen nicht nur Witze – sie beleidigen und BEDROHEN sogar die Menschen hinter dem Hobby, es wird sogar mit Todeswünschen um sich geworfen. Ach – und natürlich werden die Teilnehmer*innen des Hobbys auch gerne sexualisiert. Schließlich wird Hobby-Horsing mehrheitlich von weiblich gelesenen Menschen ausgeübt. Dabei übrigens auch viele Minderjährige Mädchen, aber das hielt Männer ja noch nie ab, ihre Widerwärtigkeit zu zeigen. Ja, Männer. Denn auffällig ist hier mal wieder die Demografie: Auffallend oft, sogar meistens sind es nämlich Männer mittleren bis hohen Alters, welche sich von dieser Jugendkultur scheinbar persönlich angegriffen fühlen und mit Hass reagieren. Woher kommt diese immense Wut auf ein Hobby, welches niemandem schadet und sogar tierfreundlich ist? 

Schon absurd, dass Menschen das als abnormal betiteln, welche selbst 22 Millionäre dabei befeuern, wie diese einen Ball über ein Feld treten – ehe sie danach einander die Fressen polieren, weil die falsche Mannschaft mehr Tore geschossen hat. Wenn DAS der normale Sport sein soll, bin ich doch eher für die Abnormalität, danke.

 

Was ist „Hobby-Horsing“ überhaupt?

Doch zurück zum Anfang. Erklären wir Neulingen mal das Hobby des Hobby-Horsings

Beim Hobby Horsing sitzen die Aktiven auf einem Steckenpferd mit realistisch aussehendem Plüschkopf, der sich je nach Disziplin in Form und Gewicht unterscheidet, bestreiten Wettkämpfe oder „reiten“ mit Freunden und Freundinnen aus. (Quelle) Ursprünglich stammt die Sportart aus Finnland, fand aber bald großen Anklang vor allem in Süd-Amerika und auch in Deutschland.

Vor allem Mädchen und Frauen betreiben diesen Sport – und ja, per Definition IST das ein Sport – und das ist auch einer der Gründe für den männlichen Hass.

Frauenhass als Antrieb

Wie bereits erwähnt, betreiben meistens junge Mädchen und Frauen Hobby-Horsing. Er ist damit vor allem weiblich assoziiert. Und das löst bei Männern Unbehagen aus. Gesellschaftlich werden weiblich assoziierte Sportarten öfter abgelehnt, als jene, die mit klassischer Männlichkeit verbunden werden, etwa Fußball oder Boxen.

Zusätzlich gibt es ein Zugehörigkeitsgefühl. Denn wenn Männer für ihre Hass-Kommentare auch noch Likes und Zustimmung anderer Sockenbefruchter erhalten, dann fühlen sie sich als Teil einer Gruppe stark (wir gegen die).

Toleranz als wahre Stärke

Letztendlich ist Hobby-Horsing ein hervorragendes Beispiel dafür, wie Gesellschaften mit Neuem und Unbekanntem umgehen. Die Aggressivität, die dem Sport entgegengebracht wird, ist völlig unverhältnismäßig. Es geht hier nicht um eine Bedrohung, sondern um junge Menschen, die sich an der frischen Luft bewegen, soziale Kontakte pflegen und sportliche Leistungen erbringen.

Die Hasser sollten weniger versuchen, den Sinn der Sportart zu verstehen, sondern vielmehr ihre eigene Reaktion darauf hinterfragen. Statt sich lustig zu machen, sie einfach existieren lassen und akzeptieren.

Und vor allem sollten Männer eines tun: Die Fresse halten.

Euer

Beriel